Dienstag, 13. September 2016

Die Holunderschwestern von Teresa Simon | Rezension

Heyne Verlag | 497 Seiten | € 9,99 (D)/ € 10,30 (A) | Leseprobe | Sternebewertung 5,0

 Anfangs möchte ich gleich mal Paddi vom Booktube-Kanal Paddilovebooks danken, dass sie mir dieses Buch so schmackhaft gemacht hat in einem ihrer Videos, sodass ich gar nicht anders konnte als es mir zu holen. Was für ein tolles Buch!
 In diesem Roman von "Teresa Simon", der Name ist ja bekannterweise nur ein Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin (wenn jemand weiß wer dahintersteckt, bitte ab in die Kommentare damit! Wäre super gespannt), geht es um die begabte Restauratorin Katharina Raith. Diese steht, bis auf kleinere Schwierigkeiten in Sachen Liebe und ständige Streitereien mit ihrer Mutter, mit beiden Beinen fest im Leben und führt in München mit ihrer besten Freundin Isi eine Werkstatt in welcher sie alten Dingen neues Leben schenken. Eines Tages jedoch wird ihr Alltag von einem Geschehniss unterbrochen, denn jemand steht auf einmal in ihrer Küche und hält etwas, wie Katharina feststellen wird extrem kostbares, in Händen. Der Londoner Alex Bluebird hat sich mit den Tagebüchern von Katharina's Urgroßmutter Fanny nach München begeben, um der Urenkelin die Tagebücher zu bringen. Zuerst versteht Katharina nicht, warum und weshalb, schnell wird aber klar wie wichtig es ist, dass Katharina die Aufzeichnung ihrer Vorfahrin liest. Fanny schrieb über die Zeit, als sie in München für eine jüdische Familie kochte und ein immer rauerer und kälterer Wind zu wehen begann, ...die Zeit nach dem Ersten- und vor dem Zweiten Weltkrieg. Auch über ihre anhängliche Zwillingsschwester Fritzi ist in den Aufzeichnungen die Rede und immer klarer tritt hervor, dass in Katharina's Familie sehr lange vieles todgeschwiegen worden ist. 
 Man sinkt zusammen mit Katharina in die Tagebucheinträge ein und somit in eine längst vergangene Zeit, will immer unbedingt wissen was als nächstes geschieht, aber auch Katharina's Geschichte in der Gegenwart ist alles andere als langweilig. Durch die unterschiedlichen Erzählweisen, ist die Geschichte wunderbar aufregend und durch die Zeitsprünge merkt man, wie verwoben das Vergangene mit dem Jetzt sein kann. Außerdem fand ich den Erzählstil wunderbar flüssig zu lesen und nicht ein einziges Mal musste ich damit kämpfen weiterzulesen, es war eher das Gegenteil der Fall. 
 Wie so oft, hat mich an diesem Buch ebenfalls das Nachwort sehr berührt. Die Weise in der die Autorin mit der Geschichte umgeht hat mich zutiefst begeistert, denn manchmal ist es, dass wenn man ein Buch über eine schwere Thematik wie den Krieg liest so, dass man gar nicht glauben kann, soetwas habe sich tatsächlich zugetragen. Die Nachworte beweisen aber das Gegenteil und so bekommt diese ganze Geschichte nocheinmal eine ganz andere Dimension.
 Ich kann euch nur sagen: Wenn ihr gerne Geschichten lest, die in zwei unterschiedlichen Zeiten spielen, mit Herz und Spannung geschrieben, in welcher starke weibliche Charaktere einem die Sprache verschlagen und welche auch zum Nachdenken anregt, dann holt euch dieses wunderbare Buch.

xxx Anna

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