Freitag, 24. Juni 2016

Das Leuchten meiner Welt von Sophia Khan | Rezension

DIANA Verlag | 476 Seiten | € 9,99 (D)/€ 10,30 (A) | Leseprobe | Erscheinungsdatum: 13.06.2016 | Sternebewertung: 2,5

 Ich habe mich sehr gefreut, als dieses Buch bei mir ankam. Ich hatte es zwar selber beim bloggerportal angefragt, ehrlich gesagt allerdings total darauf vergessen. Als das wunderschöne Cover aber im Karton zum Vorschein kam, konnte ich mich sofort daran erinnern, dass ich sofort von diesem Buch fasziniert war und ich es unbedingt haben wollte. Die Geschichte klang super und sehr spannend, noch dazu so schön verpackt...was will das Leserherz denn mehr? Nun, wie sich, nachdem ich es jetzt gelesen habe, herausstellt einiges. Ich werde in meinem Schlusswort dieser Rezension darauf eingehen, wieso ich sehr enttäuscht von dem Erstlingswerk von Sophia Khan war. Nun aber etwas zum Inhalt.
 In dieser Geschichte sind unsere beiden Hauptprotagonisten Irenie und ihr Vater James. Aus ihrer Sicht wird abwechselnd erzählt, bei den Kapiteln von Irenie aus der Ich-Perspektive. Irenie wohnt mit ihrem Vater in Crawford, jedenfalls sind beide zwar körperlich anwesend, leben eigentlich jedoch in ihrem Haus nur aneinander vorbei. Das war schon immer so, auch schon bevor Irenies Mutter Yasmeen gestorben war. Der Tod von Yasmeen hat das Leben der Beiden entgültig voneinander abgetrennt, eine dicke Linie gezogen, welche keiner der Beiden übertreten will oder gar kann. Dazu kommt noch, dass Irenie weiß, dass ihr Vater ihrer Mutter nicht immer treu gewesen ist und somit gibt sie ihm die Schuld an den Tot ihrer Mutter. Alles was dem fünfzehnjährigen Mädchen noch von ihrer Mutter geblieben ist, ist eine Kiste mit Briefen. Alle von einem oder für einen gewissen Ahmed und von einer oder für eine Yasmeen. Ihre Mutter. Irenie taucht mit den Briefen in die Vergangenheit ihrer Mutter ein und lernt sie dadurch erst wirklich kennen, denn es stellt sich heraus, dass diese zu Lebzeiten ihrer Tochter nur einen Teil ihrer Person gezeigt hat. Ob Irenie die Wahrheit über diese ihr zuvor unbekannte Verbindung der beiden Menschen herausfindet und James sich schlussendlich doch für seine Tochter erwärmen kann verrate ich euch natürlich nicht. Das müsst ihr schon selber lesen, wenn euch die Geschichte zusagt, ich will euch hier nicht spoilern. Obwohl, ich kann euch leider nur empfehlen euch dieses Buch zu holen, wenn ihr wirklich gar kein anderes Buch habt welches ihr lesen wollt und ihr auf langatmige Charakterenschilderungen steht. Denn das, gepaart mit ein paar Gesprächen der Familie Khalil ist alles was euch in diesem Buch erwartet.
 Eigentlich fing es schon etwas holprig an. Ich las das erste Kapitel und war schon fast sicher, dass es nicht wirklich ein Buch ist, welches zu meinen Lieblingsbüchern werden würde. Ich kann auch gar nicht genau sagen, was dieses Gefühl in mir ausgelöst hat, vielleicht war es der etwas "kalte" und abgeklärte Schreibstil, wenn man das so sagen kann oder, dass Irenie von mir sofort als ein stinklangweiliges und melancholisches Mädel enttarnt wurde. Ich habe trotzdem weitergelesen, immerhin war ich verpflichtet eine Rezension zu diesem Buch online zu stellen und teilweise waren zugegebenermaßen schon ganz gut geschriebene Zeilen dabei, welche mir Hoffnung auf eine spannendere zweite Hälfte gemacht haben, die dann schlussendlich leider ebenfalls ausblieb. 
 Als Schriftsteller von Romanen muss man, neben dem schreiben des Buches auch die Charaktere ausarbeiten, was eigentlich die schwierigste Arbeit von allen ist und welche sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Das Leuchten meiner Welt ist größtenteils genau dies und nicht mehr. Man erfährt nahezu jedes kleinste Detail aus dem Leben von James. Zum Schluss hin war es für mich wirklich schon so anstrengend noch weitere, für mich nicht relevante Details aus seinem Leben zu erfahren. Irenie war mir, wie ich schon zuvor erwähnt habe, auch nicht sehr sympathisch und James also noch viel weniger. Das einzige was man als einigermaßen "spannend" bezeichnen könnte war wie sich schlussendlich die Geschichte mit Yasmeen und Ahmed aufgelöst hat und was Irenie über das Leben ihrer Mutter erfahren hat, welche sie dann in ganz anderem Licht sieht und verschiedene Szenen aus der Vergangenheit mit ihrer Mutter anders beleuchtet. Alle andere war für mich schlicht und einfach sehr schwach, daher auch nicht einmal drei Sterne. Ich war äußerst enttäuscht von diesem Roman und bin stolz auf mich, dass ich ihn wirklich zu Ende gelesen habe. Immerhin hat er rund 500 Seiten...

Anna

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